Neodym-Magnete sind bekannt für ihre außergewöhnlich hohe Haftkraft bei sehr kompakten Abmessungen. Was jedoch oft unterschätzt wird, ist ihr Temperaturverhalten. Nicht jeder Neodym-Magnet ist für höhere Temperaturen geeignet – im Gegenteil: Standard-Neodym-Magnete verlieren bereits ab etwa 80 °C dauerhaft an Magnetkraft.
Für Anwendungen mit erhöhter Wärmebelastung wurden spezielle Hochtemperatur-Varianten entwickelt. Eine besonders verbreitete Klasse ist dabei SH (Super High Temperature) mit einer maximalen Einsatztemperatur von bis zu 150 °C.
Warum Temperatur bei Neodym-Magneten so wichtig ist
Neodym-Magnete reagieren empfindlich auf Hitze. Wird die zulässige Temperatur überschritten, kann es zu:
- irreversiblem Kraftverlust
- dauerhafter Entmagnetisierung
- Funktionsstörungen der gesamten Konstruktion
kommen. Anders als bei kurzzeitigen mechanischen Belastungen lässt sich ein einmal durch Hitze geschädigter Magnet nicht wieder regenerieren.
Was bedeutet „SH“ bei Neodym-Magneten?
Die Buchstaben am Ende der Magnetbezeichnung geben nicht die Stärke, sondern die Temperaturklasse an.
SH steht für Super High Temperature und bedeutet:
- maximale Einsatztemperatur: ca. 150 °C
- spezielle Legierung für thermische Stabilität
- geringerer Kraftverlust bei Wärme
- deutlich belastbarer als Standard-Neodym
SH-Magnete werden eingesetzt, wenn normale N-Magnete (80 °C) nicht mehr ausreichen, aber dennoch hohe Haftkraft auf kleinem Raum benötigt wird.
Beispiel aus dem Sortiment: Neodym-Magnet 4×4 mm N35SH
Ein typischer Vertreter dieser Klasse ist der Neodym-Magnet 4×4 mm Stab N35SH:
- Abmessungen: Ø 4 mm × 4 mm
- Magnetisierung: axial
- Magnetgrad: N35
- Temperaturklasse: SH
- Oberfläche: Nickel
- Max. Einsatztemperatur: 150 °C
Trotz seiner sehr kompakten Bauform bietet dieser Magnet eine zuverlässige Haftkraft und bleibt auch in wärmebelasteten Umgebungen stabil. Besonders bei kleinen Magneten ist die Wahl der richtigen Temperaturklasse entscheidend, da sie sich schneller aufheizen als größere Magnete.
Magnetgrad vs. Temperaturklasse – ein wichtiger Unterschied
Ein häufiger Irrtum:
N35, N45 oder N52 sagen nichts über die Temperaturbeständigkeit aus.
- Magnetgrad (z. B. N35): bestimmt die maximale magnetische Energie
- Temperaturklasse (z. B. SH): bestimmt die zulässige Betriebstemperatur
Ein N52-Magnet ohne Zusatz ist bei Hitze deutlich empfindlicher als ein N35SH-Magnet.
Übersicht: Temperaturklassen von Neodym-Magneten
| Bezeichnung | Max. Einsatztemperatur |
|---|---|
| N (Standard) | ≈ 80 °C |
| M | ≈ 100 °C |
| H | ≈ 120 °C |
| SH | ≈ 150 °C |
| UH | ≈ 180 °C |
| EH / TH | ≈ 200–230 °C |
Diese Buchstaben sind international gebräuchlich und entscheidend für die Auswahl des richtigen Magneten im praktischen Einsatz.
Typische Einsatzbereiche für SH-Magnete
SH-Neodym-Magnete kommen überall dort zum Einsatz, wo:
- Wärme dauerhaft oder regelmäßig entsteht
- Standard-Neodym-Magnete versagen würden
- dennoch kompakte Bauformen benötigt werden
Beispiele sind:
- Motoren- und Maschinenumgebung
- industrielle Sensorik
- technische Baugruppen
- Vorrichtungen in der Nähe von Wärmequellen
Fazit: SH-Magnete sind die richtige Wahl abseits der 80-°C-Grenze
Standard-Neodym-Magnete sind leistungsstark, aber auf etwa 80 °C begrenzt. Sobald höhere Temperaturen ins Spiel kommen, sind SH-Magnete mit bis zu 150 °C Einsatztemperatur die deutlich sicherere Lösung.
Der Neodym-Magnet 4×4 mm N35SH zeigt, dass auch sehr kleine Magnete zuverlässig funktionieren können – vorausgesetzt, Magnetgrad und Temperaturklasse sind korrekt aufeinander abgestimmt.



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