Beim Kauf von Neodym-Magneten sind neben der Haltekraft und den Abmessungen vor allem technische Details wie die Magnetisierungsrichtung entscheidend. Diese bestimmt, an welchen Stellen die Pole liegen und wie die magnetische Kraft wirkt.

Definition der Magnetisierungsrichtung

Jeder Magnet besitzt einen Nord- und einen Südpol. Die Magnetisierungsrichtung gibt an, auf welchen Flächen diese Pole positioniert sind. Bei runden Bauformen (Scheiben, Stäbe, Ringe) wird primär zwischen axialer und diametraler Magnetisierung unterschieden.


Die zwei Haupttypen bei Rundmagneten

1. Axiale Magnetisierung (Standardausführung)

Die axiale Magnetisierung ist die am häufigsten verwendete Form. Hierbei liegen die Pole auf den beiden gegenüberliegenden Kreisflächen.

  • Verlauf: Die Magnetfeldlinien verlaufen parallel zur Mittelachse.
  • Haftverhalten: Zwei axiale Scheibenmagnete haften flach aufeinander (wie ein Münzstapel).
  • Einsatzbereiche: Befestigungslösungen, Verschlusssysteme für Verpackungen oder klassische Pinnwandmagnete.

2. Diametrale Magnetisierung (Spezialausführung)

Bei dieser Variante liegen die Pole nicht auf den Flachseiten, sondern gegenüberliegend am seitlichen Rand des Magneten.

  • Verlauf: Die Magnetisierung erfolgt quer durch den Durchmesser.
  • Haftverhalten: Zwei diametrale Scheiben haften seitlich aneinander und rollen auf glatten Oberflächen zueinander.
  • Einsatzbereiche: Sensorik (z. B. Hall-Sensoren), Modellbau oder magnetische Kupplungen, bei denen eine Rotation erforderlich ist.

Vergleichstabelle: Axial vs. Diametral

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede für eine gezielte Produktauswahl:

MerkmalAxial magnetisiertDiametral magnetisiert
Lage der PoleAuf den Flachseiten (oben/unten)Am seitlichen Rand (links/rechts)
HaftverhaltenStapelung flach aufeinanderSeitliche Haftung (Rollen)
HäufigkeitStandard für ca. 95% der FälleSpeziallösung für Technik/Industrie
Typische AnwendungHalten, Fixieren, VerschließenBerührungslose Signalgeber, Motoren

Fazit zur Auswahl

Für die meisten Standardanwendungen, bei denen ein Magnet flach auf einer metallischen Oberfläche haften soll, ist die axiale Magnetisierung die richtige Wahl. Ist jedoch eine seitliche Anziehung oder eine Drehung des Magneten auf einer Achse zur Signalübermittlung geplant, sollte die diametrale Magnetisierung gewählt werden.

In der Regel sind Neodym-Magnete standardmäßig axial magnetisiert, sofern keine abweichende Kennzeichnung vorliegt.