Das Recycling von Kunststoffen stellt eine der zentralen Herausforderungen in der modernen Abfallwirtschaft dar. Ein großes Problem sind dabei ferromagnetische Partikel, die durch Produktionsreste, Kontaminationen oder andere Prozesse in den Kunststoff gelangen können. Magnete bieten eine effektive Lösung, um diese Partikel zu entfernen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Magnete beim Plastik-Recycling eingesetzt werden können, welche Magnetarten, -formen und -größen sich eignen, und worauf Sie achten sollten.

Warum ferromagnetische Partikel entfernen?

Ferromagnetische Partikel in Kunststoffen können Recyclingmaschinen schädigen, die Qualität des recycelten Materials mindern und Endprodukte beeinträchtigen. Durch ihre magnetischen Eigenschaften lassen sich diese Partikel jedoch leicht von anderen Materialien trennen.

Funktionsweise von Magneten im Recyclingprozess

Magnete werden in der Regel entlang des Recyclingflusses installiert. Sie ziehen ferromagnetische Partikel aus zerkleinerten Kunststoffen oder Kunststoffgranulaten an, bevor diese in die nächsten Verarbeitungsstufen gelangen. Der Einsatz von Magneten ist besonders effektiv in:

  • Sortieranlagen: Direkt nach der Zerkleinerung der Kunststoffe.
  • Transportbändern: Magnete können über oder unter den Bändern angebracht werden.
  • Trichtern und Rutschen: Um Partikel vor der Verarbeitung zu entfernen.

Geeignete Magnetarten

Je nach Anwendungsfall kommen verschiedene Magnetarten zum Einsatz:

  1. Ferrit-Magnete:
    • Kostengünstig und korrosionsbeständig.
    • Eignen sich für Anwendungen mit niedrigeren Anforderungen an die Magnetkraft.
  2. Neodym-Eisen-Bor (NdFeB)-Magnete:
    • Sehr starke Magnetkraft, ideal für feine ferromagnetische Partikel.
    • Empfindlicher gegen Korrosion, daher oft beschichtet.
  3. Samarium-Cobalt-Magnete:
    • Hohe Temperaturbeständigkeit und Korrosionsbeständigkeit.
    • Geeignet für industrielle Anwendungen mit extremen Bedingungen.

Formen und Größen von Magneten

Die Wahl der Magnetform und -größe hängt von der Recyclinganwendung ab:

  • Stabmagnete: Ideal für Trichter und kleine Rutschen.
  • Plattenmagnete: Perfekt für den Einsatz über Transportbändern.
  • Rundmagnete: Effektiv bei der Partikeltrennung in zylindrischen Behältern.
  • Magnetgitter: Mehrere Magnetstäbe in einem Gitter angeordnet, um Partikel aus strömenden Materialien zu entfernen.
  • Magnettrommeln: Drehen sich kontinuierlich, um Partikel von größeren Kunststoffmengen zu trennen.

Die Größe des Magneten sollte an den Materialfluss angepasst sein. Für große Recyclinganlagen werden Magnete mit hoher Flächendeckung und starker Magnetkraft benötigt, während für kleinere Anlagen kompakte Magnete ausreichen.

Installation und Wartung

  • Installation: Achten Sie darauf, dass die Magnete so positioniert sind, dass sie den gesamten Materialfluss abdecken. Magnete über Transportbändern sollten mit ausreichendem Abstand installiert werden, um eine maximale Trennwirkung zu erzielen.
  • Reinigung: Regelmäßiges Entfernen der angesammelten ferromagnetischen Partikel erhöht die Effizienz und Lebensdauer der Magnete.
  • Prüfung: Überprüfen Sie die Magnetkraft regelmäßig, um einen effektiven Betrieb zu gewährleisten.

Magnete spielen eine entscheidende Rolle beim Entfernen von ferromagnetischen Partikeln aus Kunststoffen. Durch die Wahl der passenden Magnetart, -form und -größe sowie eine fachgerechte Installation können Sie die Effizienz Ihres Recyclingprozesses deutlich steigern. Insbesondere Neodym-Magnete sind aufgrund ihrer hohen Magnetkraft besonders geeignet, um selbst kleinste Partikel effektiv zu entfernen.

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